Arild Andersen, «Live at Belleville», ECM

Brian Blade & The Fellowship Band, «Season of Changes», Universal

Tony Malaby Cello Trio, «Warblepeck», Songlines

Brad Mehldau Trio, «Live», Nonesuch

Paul Motian Trio 2000 + 2, «Live at the Village Vanguard, Vol. II», Winter & Winter

Pfammatter & Lauterburg, «Ehe die Uhr erfunden war», Acoustical Mind

John Schröder, «Sir Lemuel’s Dance», Pirouet

George Schuller, «Like Before, Somewhat After», Playscape

Bobo Stenson Trio, «Cantando», ECM

Jürg Wickihalder Overseas Quartet, «Furioso», Intakt

Die Bush-Regentschaft hat den Anti-Amerikanismus angeheizt. Dass die USA auch im Jazz längst nicht mehr das Mass aller Dinge sind, sollte bekannt sein. Gewisse europäische Kritiker finden es deshalb chic, dem amerikanischen Jazz die kalte Schulter zu zeigen bzw. nur seine grössten Stars zur Kenntnis zu nehmen: Eine solche Haltung zeugt von Arroganz und Ignoranz. Einige der stärksten Konzerterfahrungen meines Lebens habe ich diesen Sommer in New York gemacht. Paul Motian, Joe Lovano und Bill Frisell im Village Vanguard weckten Erinnerungen an Rimbaud: «O Geräusche und Visionen! Aufbruch in neue Liebe und neuen Lärm!» Und dann war da noch der Tenorsaxofonist George Garzone in der Tea-Lounge in Brooklyn: Dass wir Europäer den konfus quäkenden Power-Opa Rollins feiern, aber den absolut fulminanten Garzone links liegen lassen, ist ein Skandal.